Systemische Beratung

Grundkurs

Systemische Ansätze sind gefragt – und so bezeichnet sich alles, was gefragt sein will, als systemisch. Angesichts dieser Tendenzen verschwimmt zunehmend, was den systemischen Ansatz wirklich kennzeichnet. In der Fortbildung lernen Sie den systemischen Ansatz in seinen Grundlagen, Methoden und Entwicklungen kennen – und zwar auf eine theoretisch fundierte und zugleich überraschend erfrischende, praxisbezogene und humorvolle Art und Weise. Ein Seminarblock zu „Grundannahmen, Zielsetzungen und Haltungen“ bildet den Auftakt, eine Veranstaltung zu „Kontrakten, Zielen und Prozessverläufen“ den Abschluss der Seminarreihe. Im Zentrum der übrigen Veranstaltungen stehen neben klassischen systemischen Interventionen wie „Zirkulären Fragen“ und „Systemischen Aufstellungen“ sprachliche und visuelle Zugänge über „Bilder, Metaphern, Frames“. Die genauen Ausschreibungen der einzelnen Blöcke finden Sie unten auf dieser Seite.

Die Veranstaltungsreihe wendet sich an Menschen, die im engeren oder weiteren Sinne beraterisch tätig sind und den Ansatz systemischer Beratung (genauer) kennenlernen möchten, um ihn für ihre Praxis zu nutzen: z. B. an Fachkräfte aus dem pädagogischen und therapeutischen Bereich sowie aus Supervision, Coaching und Beratung. Erfahrungen in der Beratung sind erwünscht, stellen aber keine Voraussetzung für die Teilnahme dar.

Für die erfolgreiche Absolvierung der Gesamtreihe verleihen wir ein Zertifikat.

 

I. Grundannahmen, Zielsetzungen, Haltungen

„Ein systemischer Berater bzw. eine systemische Beraterin versteht sich in erster Linie als Impulsgeber, dessen Interventionen darauf zielen, die Wahlmöglichkeiten des Systems zu erhöhen ... [und hat] im Blick, dass sich Systeme selbst organisieren und ein Gleichgewicht von Verändern und Bewahren bestehen muss.“   (Eberhard Hauser)

Durch welche Grundannahmen, Zielsetzungen und Haltungen zeichnen sich systemische Ansätze aus? Welche Grundhaltung charakterisiert systemische Beratung – und was heißt Allparteilichkeit und Neutralität? Wie erfolgt die Hypothesenbildung und welche Rolle spielt sie im Rahmen systemischer Beratung? Und: Was überhaupt ist ein System?

Fragen wie diese werden im Mittelpunkt der Eröffnungseinheit unserer fünfteiligen Seminarreihe zur „Systemischen Beratung“ stehen. Der erste Seminarblock vermittelt einen lebendigen, praxisbezogenen Überblick über Ansätze und Theorie systemischer Beratung.

 

II. Zirkuläre Fragen & Co.

„Diese Methode – das sogenannte Zirkuläre Fragen – bildet eines der wichtigsten Instrumente im Handwerkskoffer des systemischen ... Beraters. Sie ist in ihrer Wichtigkeit für die systemische Praxis eigentlich nur mit der Bedeutung der Traumdeutung für die Psychoanalyse vergleichbar. Beides sind Methoden, die den Blick auf den Bereich von Phänomenen eröffnen, der üblicherweise nicht systematisch beobachtet wird und daher nicht ins Bewusstsein tritt.“   (Fritz B. Simon)

Wo es darum geht, soziale Systeme – wie Teams, Organisationen oder auch Familien – in ihrem Wechselspiel zu verstehen, hat sich das zirkuläre Fragen als äußerst fruchtbares Interventions-Instrument erwiesen:

Es hilft, Informationen zu sammeln, Probleme zu „verflüssigen“, Verhaltensweisen in Beziehungskontexte zu stellen, unreflektierte Muster aufzudecken, Lösungsansätze zu entwickeln und Wandlungsprozesse zu gestalten. Zirkuläre Fragen nutzen Momente der Überraschung, um neue Blickwinkel zu eröffnen, Phantasie und Assoziationen freizusetzen, Perspektivwechsel zu ermöglichen.

Im zweiten Seminarblock erfolgt eine praxisbezogene Einführung in das zirkuläre Fragen – darüber hinaus werden Interventionstechniken wie das Reframing und die paradoxe Intervention vorgestellt.

 

III. Systemische Aufstellungen & Co.

„Über die Aufgabe, die Beziehungen ... darzustellen, wird ein ganzheitlicher Zugang zu dem komplexen System ... auf unterschiedlichen Ebenen ermöglicht. Die auf diese Weise geschaffene symbolische Repräsentation ... geschieht ohne Rückgriff auf digitale Sprache und wird daher meist sehr schnell verstanden.“   (Arist von Schlippe)

Das Instrument der Aufstellung hat sich in den vergangenen Jahren weit über den therapeutischen Bereich hinaus als fruchtbar erwiesen, z. B. im Zusammenhang von Team- & Organisationsentwicklung. Im Rahmen systemischer Beratung stellt die Aufstellungsarbeit eines der zentralen Instrumente nichtsprachlicher Intervention dar.

Das Seminar gibt eine praxisbezogene Einführung in die Aufstellungsarbeit: Unterschiedliche Formen der Aufstellung werden vorgestellt und – anhand der von den Teilnehmenden eingebrachten Beispiele – erprobt. Darüber hinaus erfolgt eine Vorstellung „verwandter“ Formen symbolischer Repräsentation.

 

IV. Bilder, Metaphern, Frames

„Frames werden durch Sprache im Gehirn aktiviert. Sie sind es, die Fakten erst eine Bedeutung verleihen … Dabei sind Frames immer selektiv. Sie heben bestimmte Fakten und Realitäten hervor und lassen andere unter den Tisch fallen.“   (Elisabeth Wehling)

Die Arbeit mit visuellen und sprachlichen Bildern, mit Metaphern und Frames kann Perspektiven erweitern, hilfreiche Sichtweisen auf Probleme eröffnen und neue Lösungsmöglichkeiten in den Blick bringen. So betrachtet besteht die Aufgabe von Beraterinnen und Beratern vor allem darin, gemeinsam mit den Coachees fruchtbarere Bilder zu entwickeln, als diese mit ihrer Wirklichkeitskonstruktion bislang vertreten haben.

Wie in der Beratung mit Metaphern und Frames gearbeitet werden kann, werden wir im vierten Seminarblock mit Bezug auf Beispiele aus der Praxis erkunden.

 

V. Kontrakte, Ziele, Prozessverläufe

„Wann ist eine systemische Beratung zu Ende? Einfachste Antwort: Wenn das ratsuchende System der Beraterin berichtet, das beklagte Problem sei entweder hinreichend gelöst beziehungsweise gebessert oder man habe die Hoffnung aufgegeben, es mittels dieser Beratung zu lösen. In beiden Fällen wird die Beratung beendet, wenn auch mit sehr unterschiedlichen Empfindungen.“   (Arist von Schlippe / Jochen Schweitzer)

Systemische Beratung hat ihren Rahmen: Den Anfang bilden Erstgespräch, Zielvereinbarung und Kontrakt, das Ende eine Abschluss-Sitzung und ggf. ein Follow-Up-Gespräch.

Der fünfte Seminarblock des Grundkurses „Systemische Beratung“ nimmt den Beratungsprozess in diesen Grenzen genauer in den Blick. Fragen der Zielklärung, Kontraktbildung, Fragen um offene und verdeckte Aufträge, um Prozessgestaltung, den Umgang mit Störungen und die Sicherung der Nachhaltigkeit werden dabei zur Sprache kommen.

 

Für die Weiterbildung kann Bildungsurlaub beantragt werden. Nutzen Sie auch die Möglichkeiten des Bildungsschecks.

Leitung: Peter-Paul König, Systemischer Berater, Mastercoach DGfC (Ausbildung u. a. bei Fritz B. Simon & Heinrich Fallner), Supervisor DGSv

B 03/17

1. Block:

Do 18.05.2017, 14:30-18:00

Fr  19.05.2017, 10:00-17:00

Sa 20.05.2017, 10:00-17:00

 

2. Block:

Do 13.07.2017, 14:30-18:00

Fr  14.07.2017, 10:00-17:00

Sa 15.07.2017, 10:00-17:00

 

3. Block:

Do 21.09.2017, 14:30-18:00

Fr  22.09.2017, 10:00-17:00

Sa 23.09.2017, 10:00-17:00

 

4. Block:

Do 30.11.2017, 14:30-18:00

Fr  01.12.2017, 10:00-17:00

Sa 02.12.2017, 10:00-17:00

 

80 Ustd.

Pro Block € 250, insgesamt € 1.000

 

 

Hinweis: Dieser Grundkurs ist ausgebucht.

 

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B 201/17

1. Block:

Do 28.09.2017, 14:30-18:00

Fr  29.09.2017, 10:00-17:00

Sa 30.09.2017, 10:00-17:00

 

2. Block:

Do 02.11.2017, 14:30-18:00

Fr  03.11.2017, 10:00-17:00

Sa 04.11.2017, 10:00-17:00

 

3. Block:

Do 18.01.2018, 14:30-18:00

Fr  19.01.2018, 10:00-17:00

Sa 20.01.2018, 10:00-17:00

 

4. Block:

Do 12.04.2018, 14:30-18:00

Fr  13.04.2018, 10:00-17:00

Sa 14.04.2018, 10:00-17:00

 

5. Block:

Do 14.06.2018, 14:30-18:00

Fr  15.06.2018, 10:00-17:00

Sa 16.06.2018, 10:00-17:00

 

100 Ustd.

Pro Block € 250, insgesamt € 1.250

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