Aufbaukurs
Systemische Beratung:

Qualifizierung zum Coach nach den Standards der DGfC

Im Aufbaukurs werden die Kenntnisse und Fertigkeiten aus dem Grundkurs vertieft und erweitert. Nicht zuletzt durch die begleitende Coachingpraxis und deren Reflexion in Weiterbildung, Lehrcoaching und kollegialen Gruppen erhält die Veranstaltungsreihe einen deutlichen Akzent auf die Praxis – ohne den aus dem Grundkurs bewährten Bezug zu einer „geerdeten“ theoretischen Fundierung zu verlieren.

Zugangsvoraussetzung sind die erfolgreiche Absolvierung des Grundkurses oder ein vergleichbarer Abschluss, eine abgeschlossene Berufsausbildung bzw. ein Hochschulstudium, mindestens dreijährige Berufstätigkeit sowie Praxiserfahrung in den Feldern Leitung, Bildung oder Beratung (im Umfang von mindestens einer Viertelstelle) sowie die Bereitschaft zur Selbstreflexion. Das Mindestalter beträgt 28 Jahre.

Für die erfolgreiche Absolvierung der Weiterbildung – inklusive der erforderlichen Zusatzleistungen (Abschlussarbeit und -kolloquium, Kollegiales Coaching, Coaching-Praxis, Lehrcoaching) – werden die Zertifikate „Systemische/r BeraterIn/Coach“ und „Coach nach den Standards der DGfC“ verliehen.

 

I. Exploration, Information & Visualisierung

„Keine Information ist objektiv, jede ist untrennbar mit der Wahrnehmung und Interpretation eines Beobachters verbunden und somit subjektiv. Wir haben es streng genommen immer mit Sichtweisen zu tun und nie mit Fakten!“   (Rainer Schwing / Andres Fryszer)

Wie können Coachs Informationen über das beratene System sowie die Problemsichten und Ziele seiner Mitglieder gewinnen? Wie kommen sie zu Hypothesen über die geltenden Verhaltens-, Interaktions- und Kommunikationsmuster sowie das Rollenverständnis der Beteiligten? Und auf welche Weise können sie ihre Einsichten und Interpretationen für den Beratungsprozess nutzbar machen – etwa in Formen der Verdichtung und Visualisierung? Welche Instrumente der Reduktion von Komplexität stehen ihnen dabei zur Verfügung?

Diese Fragen werden im Mittelpunkt des Eröffnungsblocks des Aufbaukurses stehen – Fragen, die besonders in der Auftaktphase von Beratungsprozessen von Belang sind, die in ihrer Bedeutung für die systemische Praxis jedoch weit über diese hinausweisen.

 

II. Intervention & Prozessbegleitung

„Für Interventionen heißt das: Diese können immer nur hypothetisch ins relative System-Dunkel erfolgen und müssen aufgrund ihrer – auch nur begrenzt erfaßbaren – Folgen für das System Schritt für Schritt überprüft und modifiziert werden. Das heißt natürlich auch: Einfach-universelle Erfolgsrezepte für Veränderungen sind für komplexe Systeme nicht möglich …“   (Roswitha Königswieser / Alexander Exner)

In diesem Fortbildungsblock rücken Interventionen als das „Salz in der Suppe“ systemischer Beratung in den Blick – von Formen des Reframings und der Lösungsorientierung über die Aktivierung von Ressourcen oder die Einführung von Ritualen bis hin zu Verschreibungen, z. B. aus dem Bereich der paradoxen Interventionen. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf die Prozessgestaltung und die Bedeutung der Entwicklungen „zwischen den Sitzungen“ gerichtet werden.

 

III. Coaching-Settings

„Noch in den siebziger Jahren als … ‚Kunstfehler‘ betrachtet, ist seither die Einzeltherapie in den zunehmend erweiterten Kanon ‚respektabler‘ Settings aufgenommen worden … Maßgeblich war hier auch der Gedanke, daß die in ein Problem verstrickten Personen nicht zwangsläufig die sein müssen, die zu seiner Lösung optimal beitragen können.“   (Arist von Schlippe / Jochen Schweitzer)

Der systemische Ansatz findet heute weit über den Bereich der Familienberatung (aus dem er sich entwickelt hat) hinaus Anwendung: Neben Formen der Beratung von Organisationen, Teams und Gruppen hat er sich längst auch z. B. im Bereich des Einzelcoachings etabliert. Fragen des Zusammenhangs zwischen Beratungs-Setting, Prozessgestaltung und Methodenwahl werden im Mittelpunkt des dritten Fortbildungsblocks stehen. Dabei werden auch komplexe Coaching-Konstellationen wie Dreieckskontrakte thematisiert und vor dem Hintergrund neuerer Modelle der Systemtheorie gedeutet.

 

IV. Werte & Rollen

„Der Biokybernetiker von Foerster hat die Zielrichtung systemischen Denkens und Handelns mit dem ‚ethischen Imperativ‘ beschrieben: ‚Handle stets so, daß du die Anzahl der Möglichkeiten vergrößerst!‘ Dieser Imperativ hat Konsequenzen für die Praxis. Alles, was die Zahl der Möglichkeiten einschränkt (Tabus, Denkverbote, Dogmen, Richtig-/Falsch-Bewertungen) steht systemischem Arbeiten entgegen.“   (Arist von Schlippe / Jochen Schweitzer)

Neutralität, Allparteilichkeit, Wertschätzung und Achtung, Offenheit und Interesse, Professionalität und Bescheidenheit kennzeichnen die Grundhaltung systemischer Beraterinnen und Berater. Auf dieser Basis nehmen sie ihre Rollen in der Prozessbegleitung, Unterstützung, Orientierung etc. ein – als Gegenüber der Coachees in ihrer je verschiedenen Rollenentfaltung. Kern des abschließenden Fortbildungsblocks wird die Begründung und Entfaltung der individuellen Beratungskonzepte der Teilnehmenden sein.

 

Für Teilnehmenden, die die DGfC-Zertifizierung nach den neuen Standards anstreben, bieten wir Ergänzungsmodule an. Mit der erfolgreichen Absolvierung zweier Zusatzmodule wird der erforderliche Umfang nach der neuen Zertifizierungsordnung erreicht.

Für die Weiterbildung kann Bildungsurlaub beantragt werden. Nutzen Sie auch die Möglichkeiten des Bildungsschecks.

Leitung: Peter-Paul König, Systemischer Berater, Mastercoach DGfC (Fort- & Weiterbildungen u. a. bei Fritz B. Simon & Heinrich Fallner), Supervisor DGSv

B 200/17

1. Block:
Do 12.10.2017, 14:30-18:00
Fr  13.10.2017, 10:00-17:00
Sa 14.10.2017, 10:00-17:00
2. Block:
Do 07.12.2017, 14:30-18:00
Fr  08.12.2017, 10:00-17:00
Sa 09.12.2017, 10:00-17:00
3. Block:
Do 15.03.2018, 14:30-18:00
Fr  16.03.2018, 10:00-17:00
Sa 17.03.2018, 10:00-17:00
4. Block:
Do 28.06.2018, 14:30-18:00
Fr  29.06.2018, 10:00-17:00
Sa 30.06.2018, 10:00-17:00
80 Ustd.
Pro Block € 250, insgesamt € 1.000
Durch das Lehrcoaching entstehen zusätzliche Kosten.
Hinweis: Zu dieser Weiterbildung sind zusätzlich zur Online-Anmeldung weitere Angaben nötig. Bitte laden Sie sich hierzu folgende "Erklärung zur Anmeldung" herunter und senden Sie uns diese ausgefüllt inkl. aller nötigen Nachweise zurück: Erklärung zur Anmeldung
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